Fachlich geprüft von Melanie Roth, Notarfachwirtin, neun Jahre Abwicklung von ImmobilienkaufverträgenZuletzt aktualisiert am 9. August 2026
In Sachsen beträgt die Grunderwerbsteuer 5,5 Prozent des Kaufpreises. Der Satz gilt seit dem 1. Januar 2023. Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 22.000 €, die vor der Eigentumsumschreibung zu zahlen sind. Der Rechner oben zeigt den Betrag samt aller weiteren Kaufnebenkosten.
Sachsen erhebt 5,5 Prozent Grunderwerbsteuer, gültig seit dem 1. Januar 2023. Davor lag der Satz bei 3,5 Prozent, der Sprung war mit zwei Prozentpunkten der größte, den ein Land je in einem Schritt vollzogen hat. Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 22.000 Euro. Zusammen mit Notar, Grundbuch und Maklerprovision liegen die Kaufnebenkosten bei rund 41.650 Euro oder 10,4 Prozent.
Was Sie in Sachsen zahlen
Die Rechnung ist Kaufpreis mal 5,5 Prozent. Weil die Steuer gemeinsam mit Notar, Grundbuch und Maklerprovision anfällt, zeigt die Tabelle den vollständigen Betrag, den Sie zusätzlich zum Kaufpreis brauchen.
| Kaufpreis | Grunderwerbsteuer 5,5 % | Notar inkl. USt | Grundbuch | Makler 3,57 % | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| 300.000 € | 16.500 € | 2.904 € | 1.488 € | 10.710 € | 31.601 € |
| 400.000 € | 22.000 € | 3.558 € | 1.812 € | 14.280 € | 41.651 € |
| 500.000 € | 27.500 € | 4.272 € | 2.188 € | 17.850 € | 51.810 € |
Der Anteil der Nebenkosten liegt in Sachsen mit Makler bei rund 10,4 Prozent des Kaufpreises. Ohne Makler sinkt er auf etwa 6,8 Prozent, weil dann nur Steuer, Notar und Grundbuch bleiben.
Was der Satz im Bundesvergleich bedeutet
Sachsen hielt bis Ende 2022 gemeinsam mit Bayern den bundeseinheitlichen Satz von 3,5 Prozent und hob ihn zum 1. Januar 2023 auf 5,5 Prozent an. Damit liegt das Land heute im Mittelfeld, gleichauf mit Hamburg und Bremen.
| Bundesland | Satz | Steuer bei 400.000 € | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Bayern | 3,5 % | 14.000 € | 8.000 € weniger |
| Sachsen bis 2022 | 3,5 % | 14.000 € | 8.000 € weniger |
| Sachsen heute | 5,5 % | 22.000 € | – |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % | 26.000 € | 4.000 € mehr |
Innerhalb von Sachsen gibt es keine Unterschiede. Die Grunderwerbsteuer ist eine Landessteuer und gilt in jeder Gemeinde gleich.
Die Erhöhung zum Jahreswechsel 2022 auf 2023 hat gezeigt, wie wichtig der Beurkundungstermin ist. Wer seinen Kaufvertrag am 29. Dezember 2022 beim Notar unterschrieb, zahlte bei 400.000 Euro 14.000 Euro. Drei Tage später waren es 22.000 Euro für dasselbe Objekt. Maßgeblich war allein das Datum der Beurkundung, nicht die Übergabe, nicht die Kaufpreiszahlung und nicht die Eintragung im Grundbuch. Falls erneut eine Satzänderung angekündigt wird, ist das der Termin, den Sie mit dem Notar bewusst legen sollten. Notariate sind in solchen Wochen erfahrungsgemäß ausgebucht, eine frühe Absprache lohnt sich.
Notar und Grundbuch im Einzelnen
Diese Kosten sind bundesweit gleich, weil sie im GNotKG geregelt sind. Für 400.000 Euro Kaufpreis und 320.000 Euro Darlehen ergeben sich diese Positionen:
| Position | Fundstelle | Betrag |
|---|---|---|
| Beurkundung des Kaufvertrags | KV 21100 | 1.570,00 € |
| Vollzug des Kaufvertrags | KV 22110 | 392,50 € |
| Betreuung der Kaufabwicklung | KV 22200 | 392,50 € |
| Beurkundung der Grundschuldbestellung | KV 21200 | 635,00 € |
| Notar zusammen inklusive Umsatzsteuer | zuzüglich 19 % | 3.558 € |
| Eintragung der Auflassungsvormerkung | KV 14150 | 392,50 € |
| Eintragung als Eigentümer | KV 14110 | 785,00 € |
| Eintragung der Grundschuld | KV 14121 | 635,00 € |
| Grundbuch zusammen | umsatzsteuerfrei | 1.812 € |
Auf die Notargebühren kommt Umsatzsteuer, auf die Grundbuchgebühren nicht. Die beiden Grundschuldpositionen entfallen, wenn Sie ohne Darlehen kaufen.
Nebenkostenlücke mit einem Ratenkredit schließen
Wenn das Eigenkapital für die rund 41.650 Euro Nebenkosten nicht ganz reicht, zeigt der Vergleich die Konditionen mehrerer Banken für den Fehlbetrag.
Wo Sie in Sachsen ansetzen können
- Inventar separat ausweisen. Einbauküche, Möbel oder Gartenhaus gehören nicht zum Grundstück. 20.000 Euro separat ausgewiesen sparen in Sachsen 1.100 Euro Steuer.
- Beurkundungstermin bei angekündigten Änderungen legen. Maßgeblich ist das Datum der Beurkundung. Bei einer angekündigten Erhöhung entscheidet ein einziger Tag über mehrere tausend Euro.
- Maklerprovision verhandeln. Üblich sind 3,57 Prozent für den Käufer, bei 400.000 Euro also 14.280 Euro. Das ist in Sachsen inzwischen weniger als die Steuer, aber im Gegensatz zu ihr verhandelbar.
Der Satz von 5,5 Prozent gilt seit dem 1. Januar 2023. Ältere Ratgeber und Rechner führen für Sachsen teils noch 3,5 Prozent. Prüfen Sie bei jeder Quelle das Aktualisierungsdatum, der Unterschied beträgt bei 400.000 Euro 8.000 Euro.
Einschätzung der Redaktion
Sachsen ist der beste Beleg dafür, dass man sich bei der Grunderwerbsteuer nie auf den Status quo verlassen sollte. Zwei Prozentpunkte in einem Schritt, angekündigt wenige Monate vorher, und aus einem der günstigsten Länder wurde eines im Mittelfeld. Wer heute in Sachsen plant, sollte das umgekehrt lesen: Ein niedriger Satz ist kein Naturgesetz, und ein hoher kann fallen, wie Thüringen 2024 gezeigt hat. Für Ihre Finanzierung heißt das, mit dem geltenden Satz zu rechnen und angekündigte Entlastungen erst dann einzuplanen, wenn sie im Gesetzblatt stehen. Alles andere ist eine Wette auf Landespolitik.
- Sachsen erhebt 5,5 Prozent Grunderwerbsteuer, gültig seit dem 1. Januar 2023.
- Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 22.000 € Steuer und rund 41.651 € Kaufnebenkosten insgesamt.
- Der Satz gilt landesweit einheitlich, der Standort innerhalb des Landes spielt keine Rolle.
- Notar und Grundbuch machen zusammen rund 1,3 Prozent aus und sind bundesweit im GNotKG geregelt.
- Maßgeblich ist das Datum der notariellen Beurkundung, nicht Übergabe oder Zahlung.
- Banken finanzieren die Nebenkosten in der Regel nicht mit, sie müssen aus Eigenkapital kommen.
Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer in Sachsen
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Sachsen?
Sie beträgt 5,5 Prozent des Kaufpreises, gültig seit dem 1. Januar 2023. Bei 300.000 Euro sind das 16.500 Euro, bei 400.000 Euro 22.000 Euro und bei 500.000 Euro 27.500 Euro.
Warum finde ich für Sachsen teilweise 3,5 Prozent?
Bis zum 31. Dezember 2022 galten in Sachsen 3,5 Prozent. Zum 1. Januar 2023 wurde auf 5,5 Prozent erhöht. Ältere Quellen führen deshalb noch den alten Wert. Maßgeblich ist der Satz am Tag der notariellen Beurkundung.
Welcher Satz gilt bei einem Vertrag von Ende 2022?
Wurde der Kaufvertrag bis einschließlich 31. Dezember 2022 notariell beurkundet, gelten 3,5 Prozent, auch wenn Zahlung und Grundbucheintragung erst 2023 erfolgt sind. Entscheidend ist ausschließlich das Beurkundungsdatum.
Gilt der Satz auch in Dresden und Leipzig?
Ja. Die Grunderwerbsteuer ist eine Landessteuer und gilt in ganz Sachsen einheitlich, von Dresden über Leipzig und Chemnitz bis in jede Gemeinde.
Weiterführende Rechner und Themen
Grunderwerbsteuer im Überblick
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Quellen und weiterführende Literatur
- Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG), § 3 zu den Befreiungen, § 8 zur Bemessungsgrundlage, § 11 zum Steuersatz, § 13 zum Steuerschuldner und § 22 zur Unbedenklichkeitsbescheinigung
- Bekanntmachung des zuständigen Landesfinanzministeriums zum geltenden Steuersatz, Stand August 2026
- Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), Anlage 2 Gebührentabelle B sowie Kostenverzeichnis KV 21100, 21200, 22110, 22200, 14110, 14121 und 14150
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), §§ 656a bis 656d zur Teilung der Maklerprovision beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern