Grunderwerbsteuer Bremen: 5,5 Prozent seit Juli 2025

Fachlich geprüft von Melanie Roth, Notarfachwirtin, neun Jahre Abwicklung von ImmobilienkaufverträgenZuletzt aktualisiert am 9. August 2026

In Bremen beträgt die Grunderwerbsteuer 5,5 Prozent des Kaufpreises. Der Satz gilt seit dem 1. Juli 2025. Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 22.000 €, die vor der Eigentumsumschreibung zu zahlen sind. Der Rechner oben zeigt den Betrag samt aller weiteren Kaufnebenkosten.

Kurz zusammengefasst

Bremen erhebt 5,5 Prozent Grunderwerbsteuer, gültig seit dem 1. Juli 2025. Zuvor lag der Satz bei 5,0 Prozent. Es ist die jüngste Erhöhung eines Bundeslandes. Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 22.000 Euro. Zusammen mit Notar, Grundbuch und der in Bremen üblichen Maklerprovision von 2,98 Prozent liegen die Kaufnebenkosten bei rund 39.290 Euro oder 9,8 Prozent.

Was Sie in Bremen zahlen

Die Rechnung ist Kaufpreis mal 5,5 Prozent. Weil die Steuer gemeinsam mit Notar, Grundbuch und Maklerprovision anfällt, zeigt die Tabelle den vollständigen Betrag, den Sie zusätzlich zum Kaufpreis brauchen.

Kaufpreis Grunderwerbsteuer 5,5 % Notar inkl. USt Grundbuch Makler 2,98 % Summe
300.000 € 16.500 € 2.904 € 1.488 € 8.940 € 29.831 €
400.000 € 22.000 € 3.558 € 1.812 € 11.920 € 39.291 €
500.000 € 27.500 € 4.272 € 2.188 € 14.900 € 48.860 €

Der Anteil der Nebenkosten liegt in Bremen mit Makler bei rund 9,8 Prozent des Kaufpreises. Ohne Makler sinkt er auf etwa 6,8 Prozent, weil dann nur Steuer, Notar und Grundbuch bleiben.

Was der Satz im Bundesvergleich bedeutet

Bremen hat den Satz zum 1. Juli 2025 von 5,0 auf 5,5 Prozent angehoben und liegt damit gleichauf mit Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein im Mittelfeld. Die Erhöhung mitten im Jahr ist ungewöhnlich, die meisten Länder ändern zum Jahreswechsel.

Bundesland Satz Steuer bei 400.000 € Unterschied
Bayern 3,5 % 14.000 € 8.000 € weniger
Niedersachsen 5,0 % 20.000 € 2.000 € weniger
Bremen 5,5 % 22.000 € –
Nordrhein-Westfalen 6,5 % 26.000 € 4.000 € mehr

Innerhalb von Bremen gibt es keine Unterschiede. Die Grunderwerbsteuer ist eine Landessteuer und gilt in jeder Gemeinde gleich.

Aus der Praxis

Bremen ist als Stadtstaat vollständig von Niedersachsen umschlossen, und dort gelten 5,0 statt 5,5 Prozent. Wer in Stuhr, Weyhe oder Lilienthal kauft, zahlt bei 400.000 Euro 2.000 Euro weniger Steuer als wenige Kilometer weiter innerhalb der Stadtgrenze. Gleichzeitig gilt in Bremen mit 2,98 Prozent eine niedrigere ortsübliche Maklerprovision als in Niedersachsen mit 3,57 Prozent. Bei 400.000 Euro sind das 2.360 Euro zugunsten Bremens, was den Steuernachteil vollständig ausgleicht. Wer beide Posten zusammen rechnet, kommt in der Stadt sogar günstiger weg.

Notar und Grundbuch im Einzelnen

Diese Kosten sind bundesweit gleich, weil sie im GNotKG geregelt sind. Für 400.000 Euro Kaufpreis und 320.000 Euro Darlehen ergeben sich diese Positionen:

Position Fundstelle Betrag
Beurkundung des Kaufvertrags KV 21100 1.570,00 €
Vollzug des Kaufvertrags KV 22110 392,50 €
Betreuung der Kaufabwicklung KV 22200 392,50 €
Beurkundung der Grundschuldbestellung KV 21200 635,00 €
Notar zusammen inklusive Umsatzsteuer zuzüglich 19 % 3.558 €
Eintragung der Auflassungsvormerkung KV 14150 392,50 €
Eintragung als Eigentümer KV 14110 785,00 €
Eintragung der Grundschuld KV 14121 635,00 €
Grundbuch zusammen umsatzsteuerfrei 1.812 €

Auf die Notargebühren kommt Umsatzsteuer, auf die Grundbuchgebühren nicht. Die beiden Grundschuldpositionen entfallen, wenn Sie ohne Darlehen kaufen.

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Wenn das Eigenkapital für die rund 39.290 Euro Nebenkosten nicht ganz reicht, zeigt der Vergleich die Konditionen mehrerer Banken für den Fehlbetrag.

Der Vergleich wird von einem Partner bereitgestellt. Für Sie entstehen dadurch keine Kosten. Kommt über den Vergleich ein Vertrag zustande, erhalten wir eine Provision. Auf unsere Rechenwege und Einschätzungen hat das keinen Einfluss.

Wo Sie in Bremen ansetzen können

  • Gesamtnebenkosten statt Steuersatz vergleichen. Der Steuervorteil Niedersachsens wird von der höheren dort üblichen Maklerprovision mehr als aufgezehrt. Rechnen Sie beide Posten zusammen, bevor Sie die Stadtgrenze zum Kriterium machen.
  • Inventar separat ausweisen. Einbauküche, Möbel oder Gartenhaus gehören nicht zum Grundstück. 20.000 Euro separat ausgewiesen sparen in Bremen 1.100 Euro Steuer.
  • Instandhaltungsrücklage getrennt beziffern. Beim Kauf einer Eigentumswohnung gehört die anteilige Rücklage nicht zur Bemessungsgrundlage, wenn sie im Kaufvertrag separat ausgewiesen ist.
Wichtiger Hinweis

Der Satz von 5,5 Prozent gilt seit dem 1. Juli 2025. Für Verträge, die bis zum 30. Juni 2025 notariell beurkundet wurden, gelten weiterhin 5,0 Prozent. Maßgeblich ist ausschließlich das Beurkundungsdatum, nicht die Übergabe und nicht die Eintragung ins Grundbuch.

Einschätzung der Redaktion

Bremen zeigt besonders deutlich, warum der reine Steuersatz ein schlechter Vergleichsmaßstab ist. Auf dem Papier ist die Stadt teurer als das niedersächsische Umland, in der Gesamtrechnung ist sie es nicht, weil die ortsübliche Maklerprovision um fast 0,6 Prozentpunkte niedriger liegt. Bei 400.000 Euro landet man in Bremen bei rund 39.290 Euro Nebenkosten, im Umland bei etwa 39.650 Euro. Der Unterschied ist klein, aber er zeigt die Richtung: Wer Standorte vergleicht, sollte die Summe aus Steuer, Notar, Grundbuch und ortsüblicher Provision nehmen. Alles andere führt zu falschen Schlüssen, gerade in Grenzlagen wie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bremen erhebt 5,5 Prozent Grunderwerbsteuer, gültig seit dem 1. Juli 2025.
  • Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 22.000 € Steuer und rund 39.291 € Kaufnebenkosten insgesamt.
  • Der Satz gilt landesweit einheitlich, der Standort innerhalb des Landes spielt keine Rolle.
  • Notar und Grundbuch machen zusammen rund 1,3 Prozent aus und sind bundesweit im GNotKG geregelt.
  • Maßgeblich ist das Datum der notariellen Beurkundung, nicht Übergabe oder Zahlung.
  • Banken finanzieren die Nebenkosten in der Regel nicht mit, sie müssen aus Eigenkapital kommen.

Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer in Bremen

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Bremen?

Sie beträgt 5,5 Prozent des Kaufpreises, gültig seit dem 1. Juli 2025. Bei 300.000 Euro sind das 16.500 Euro, bei 400.000 Euro 22.000 Euro und bei 500.000 Euro 27.500 Euro.

Welcher Satz gilt für einen Vertrag aus dem ersten Halbjahr 2025?

Wurde der Kaufvertrag bis einschließlich 30. Juni 2025 notariell beurkundet, gelten 5,0 Prozent, auch wenn Zahlung und Grundbucheintragung erst danach erfolgten. Entscheidend ist allein das Beurkundungsdatum.

Ist der Kauf im niedersächsischen Umland günstiger?

Steuerlich ja, dort gelten 5,0 Prozent, bei 400.000 Euro also 2.000 Euro weniger. Rechnet man die höhere ortsübliche Maklerprovision in Niedersachsen mit ein, gleicht sich der Vorteil aus und kehrt sich sogar um.

Gilt der Satz auch in Bremerhaven?

Ja. Bremerhaven gehört zum Bundesland Bremen, es gelten dieselben 5,5 Prozent wie in der Stadt Bremen.

Weiterführende Rechner und Themen

Quellen und weiterführende Literatur

  • Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG), § 3 zu den Befreiungen, § 8 zur Bemessungsgrundlage, § 11 zum Steuersatz, § 13 zum Steuerschuldner und § 22 zur Unbedenklichkeitsbescheinigung
  • Bekanntmachung des zuständigen Landesfinanzministeriums zum geltenden Steuersatz, Stand August 2026
  • Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), Anlage 2 Gebührentabelle B sowie Kostenverzeichnis KV 21100, 21200, 22110, 22200, 14110, 14121 und 14150
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), §§ 656a bis 656d zur Teilung der Maklerprovision beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern